Tuch ist nicht gleich Tuch

veröffentlicht am 12. Mai 2015 in Ratgeber von
Welche Tragetuch Variante passt zu mir?

Tragetücher sind die Klassiker wenn es darum geht das Baby zu tragen. Schon seit Menschengedenken werden sie in unterschiedlichsten Varianten um den Körper gebunden und bieten dem Nachwuchs einen sicheren Platz dicht bei der Familie.

 

Vor dem Bauch, auf dem Rücken oder der Hüfte – Tragetücher sind heutzutage auch in ihrem Design so vielfältig und variationsreich wie in ihren Bindetechniken. Dabei sind sie direkt vom ersten Tag der Geburt an nutzbar und je nach Stoffqualität problemlos bis weit ins Kleinkindalter. Das Beste daran: Tragetücher passen sich Tragendem und Kind perfekt an und bieten neben einem gesunden Halt nicht nur Körperwärme sondern auch jede Menge Nähe.

 

Tragetuchvarianten – von elastisch bis gewebt

 

Klassische Qualitätstücher gibt es in nicht nur in unterschiedlichen Längen, sondern auch zweierlei Varianten – elastisch und gewebt. Dabei hat jedes Material seine Vorteile:

Elastische Tragetücher

Elastische Tragetücher sind sehr dehnbar und lassen sich daher auch besonders leicht binden, die Wahl der Bindevarianten ist dabei jedoch eingeschränkt. Weil sie sich perfekt anschmiegen und weniger starr sind eignen sie sich perfekt für Neugeborene sowie leichte Kinder und sind insbesondere bei Frühgeborenen empfehlenswert. Weil das Tuch quasi vorgebunden werden kann, empfinden viele Familien das Binden einfacher als mit einem gewebten Tuch.

Gleichzeitig muss das Kind in einem elastischen Tragetuch immer von drei Lagen Stoff gestützt werden und weil das Tuch selbst dem Körpergewicht des Kindes nachgibt, sind die Kapazitäten recht bald erschöpft. Stark nachgebende Tücher sind daher meist nur für das erste halbe Lebensjahr oder bis zu einem Maximalgewicht von 7 bis 9 Kilogramm empfehlenswert.

Gewebte Tragetücher

Gewebte Tragetücher hingegen sind stabiler und weniger dehnbar. Während sie meist aus besonders robustem Kreuzköper oder dem feineren Jacquard gewebt sind, halten sie so auch ein höheres Tragegewicht aus und lassen eine Vielzahl verschiedenster Bindevarianten zu. Zu den gängigsten gehören neben Techniken zum Binden auf dem Rücken oder der Hüfte die Wickel- und Doppelkreuztrage, sowie die Känguru-Trage, die bereits von Geburt des Kindes an zum Einsatz kommen können.

Ein wirklich empfehlenswertes Tragetuch ist dabei frei von Schadstoffen, aus 100 Prozent ungebleichter Baumwolle, verwendete Farben ungiftig und schwermetallfrei. Abgeschrägte Enden, eine Mittelmarkierung und kontrastfarbig gewebte Kanten erleichtern nicht nur das Binden sondern auch das vorübergehend notwendige Nachziehen.

 

Babytragetücher gibt es zusätzlich auch in unterschiedlichen Längen ab etwa 3 Meter. In den meisten Fällen hat sich ein Tuch mit etwa 4,60 Metern als praktikabel und empfehlenswert herausgestellt, ist es doch lang genug für unterschiedliche Bindevarianten ohne am Ende zu viel Stoff übrig zu lassen. Ist der Tragende größer oder benötigt allgemein eine höhere Konfektionsgröße ist ein Tragetuch mit einer Länge von 5,20 bis 5,40 Metern passender. Sehr kurze Babytragetücher von nur knapp mehr als 3 Metern beschränken die Anzahl der Tragevarianten enorm und lassen meist nur wenige Bindetechniken wie die Känguru-Trage zu.

 

Besondere Tragevarianten und kombinierte Tragetücher

 

Wem das Erlernen der unterschiedlichen Bindetechniken zu kompliziert ist, der kann auf kombinierte Tragetücher wie den Sling, Ringsling oder die Mei Tai zurückgreifen. Diese bieten eben so viel Sicherheit für die Kleinen bei gleichzeitig leichterem Anlegen.

Slings erfreuen sich in ihren unterschiedlichen Varianten wachsender Beliebtheit. Angesichts dessen, dass die große Stoffschärpe lediglich von der Hüfte zur gegenüberliegenden Schulter geführt und anschließend in den vorhandenen zwei Ringen befestigt wird, kein Wunder. Schnell und einfach ist das Tuch angelegt, sodass der Nachwuchs darin positioniert werden und das Tragetuch festgezogen werden kann. Während so am Bauch, auf dem Rücken und auf der Hüfte getragen werden kann, entfällt das Hantieren mit langen Tuchsträngen. Bei längerem Tragen allerdings kann sich die asymmetrische Gewichtsverteilung für den Tragenden selbst als nachteilig bemerkbar machen.

Als vielseitige traditionelle Tragehilfe aus Asien präsentiert sich die Mei Tai. Weil nur das Nest vorgeformt ist und sich Schulter- sowie Taillengurte binden lassen, ist sie flexibel am Bauch oder auf dem Rücken nutzbar und passen sich dabei optimal auch dem Tragenden an. In aller Regel kann das Baby schon von Geburt an in einer Mei Tai getragen werden, die klein und weich – ganz ohne Gestell oder Schnallen – die perfekte Mischung aus Tragetuch und Babytragen Test darstellt: optimaler Sitz, komfortabel für alle Beteiligten und kinderleicht anzulegen.

 

 

Was einst aus der Not heraus entstanden ist hat sich heute fest etabliert, sein Baby nah bei sich zu tragen ist eine Selbstverständlichkeit geworden. Wer sich dabei mehr Flexibilität als bei einer Babytrage wünscht, für den sind Tragetücher und Tragetuchvarianten aufgrund ihrer Vielfältigkeit und dem langen Einsatzzeitraum besonders empfehlenswert.


Kommentar schreiben


Noch keine Kommentare